Individueller Einsatz künstlicher Kniegelenke.

Individueller Einsatz künstlicher Kniegelenke.

Individueller Einsatz künstlicher Kniegelenke.

Individueller Einsatz künstlicher Kniegelenke: Müssen alle Beine gerade werden? NOUV veröffentlicht. Neue Ansätze in der Knieendoprothetik. „Es ist grundsätzlich die Frage, ob es sinnvoll ist, alle Patienten mit künstlichen Kniegelenken kerzengerade einzustellen“, so Prof. Matziolis.

Gelenkersatz gehört heute zu den medizinischen Standardverfahren: Auf Grundlage einer Kernspintomographie (MRT) oder Computertomographen-Aufnahmen (CT) und mit Hilfe eines speziellen Navigationssystems werden individuelle Ausrichtung, Position und Größe des Kniegelenks als Grundlage für die Implantation der Knieendoprothese detailliert und präzise berechnet. Nach der individuellen Anpassung wird das Implantat passgenau eingesetzt – das Ziel ist die gerade Beinachse. Doch ist das in jedem Fall die perfekte Positionierung für das künstliche Kniegelenk?

Obgleich jeder Mensch einen individuellen Knochenbau hat – viele Knieendoprothetik-Patienten haben zum Beispiel O-Beine –, werden standardmäßig künstliche Kniegelenke eingesetzt, ohne die verschiedenen Achsen zu berücksichtigen. „Müssen alle Beine gerade werden?“ heißt das Symposium, das Prof. Dr. Georg Matziolis, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Waldklinikum Rudolf Elle in Eisenberg, auf der 62. Jahrestagung der Norddeutschen Orthopäden- und Unfallchirurgenvereinigung (NOUV) leitet, die vom 13. bis 15. Juni in Hamburg stattfindet.

„Es ist grundsätzlich die Frage, ob es sinnvoll ist, alle Patienten mit künstlichen Kniegelenken kerzengerade einzustellen“, so Prof. Matziolis. Damit wird die aktuelle Lehrmeinung in Frage gestellt, nach der das Implantat möglichst lange halten soll, indem es gerade eingesetzt wird. „Man stützt sich noch auf alte Daten. Aber es gibt Hinweise biomechanischer Untersuchungen auch aus der gesunden Bevölkerung, dass das Belassen einer geringen Fehlstellung günstiger sein könnte“.

Bei der komplizierten Gelenkform und Mechanik des Kniegelenks wirken die individuell geformten Oberschenkelrollen und der Schienbeinkopf mit genau darauf abgestimmten haltenden und führenden Bändern und Muskeln zusammen. Untersuchungen der Bewegungsmuster durch eine digitale Gangbildanalyse verdeutlichen die individuellen Unterschiede: „Wenn ein Patient 30, 40 oder 50 Jahre lang O-Beine hatte, sind Bänder und Sehnen darauf eingestellt und möglicherweise kommt er mit einem künstlichen Kniegelenk besser zurecht, bei dem die Korrektur nicht vollständig ist.“

Prof. Matziolis erwartet, dass es noch lange dauern wird, bis sich die Lehrmeinung zur bestmöglichen Positionierung des Implantats ändern wird. Zwar sei es noch verfrüht für eine Empfehlung, doch die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass sich die individuelle Prothetik durchsetzt und nicht mehr alle Patienten auf gerade Beine korrigiert werden. Dazu laufen aktuell weltweite Forschungen und es soll eine kontrollierte Studie aufgelegt werden.

Bis dahin wird die individuelle Positionierung im Waldkrankenhaus, in dem jährlich 900 Knie-Endoprothesen durchgeführt werden, in speziellen Fällen empfohlen: „Bei etwa 10 Prozent der Patienten erscheint es nach unseren Voruntersuchungen sinnvoll, eine geringe Fehlstellung zu belassen.“ Die meisten Patienten gehen darauf ein – zumal bei der begradigten Standard-Positionierung entsprechende Probleme zu erwarten wären, die Weichteile anzupassen. „Wir implantieren in speziellen Fällen eine moderate Fehlstellung“, so Prof. Matziolis. „Akzeptiert sind bisher bis zu 3 Grad Abweichung. Es kann aber auch sein, dass in Zukunft auch größere Abweichungen akzeptiert werden.“

Die Diskussion um die Implantatpositionierung in der Knieendoprothetik ist einer der Schwerpunkte auf der NOUV-Tagung vom 13. bis 15. Juni in Hamburg, bei der Experten unter dem Motto „Aktuelle Behandlungskonzepte und Standards in Orthopädie und Unfallchirurgie“ ihre Erfahrungen zu aktuellen Erkenntnissen und technischen Innovationen in allen Bereichen der Orthopädie und Unfallchirurgie austauschen.

In 30 Symposien, 16 Workshops und 2 Seminaren werden neue und innovative Techniken sowie auch Altbewährtes praxisnah vorgestellt und im praktischen Training nähergebracht. Weitere Schwerpunktthemen sind die Behandlung Querschnittgelähmter „im Spannungsfeld zwischen Ethik und Monetik“, Behandlungskonzepte Schwerstverletzter im Rahmen der WHO Decade of Action for Road Safety sowie Behandlungskonzepte und Innovationen bei komplexen Wirbelsäulenverletzungen und Beckenverletzungen. Schwerpunkte liegen auch im Bereich der Biomechanik (Knorpel/Knochen), der Evidenz-basierten Unfallchirurgie und der Hüft-Endoprothetik. Schrieb Pressesprecherin Kerstin Aldenhoff (Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH).

Alle Informationen zum Programm finden Sie unter http://www.nouv-kongress.de. 62. Jahrestagung der Norddeutschen Orthopäden- und Unfallchirurgenvereinigung e. V. (NOUV) findet am 13.-15. Juni 2013 im CCH in Hamburg unter dem Motto „Aktuelle Behandlungskonzepte und Standards in Orthopädie und Unfallchirurgie“ statt. Prof.h.c. Dr.h.c. Natalia Eitelbach of Philosophy, of European Science NCLC Institute (USA).

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