Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Prof. Dr.med.P.Layer mit Prof.Eugene P.Dimagno

Vom 19. bis 22. September 2012 fand in Hamburg die gemeinsame Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) statt. Mehr als 4000 Ärzte,

Assistenzpersonal und Wissenschaftler diskutierten auf der „Viszeralmedizin 2012“ über Erkrankungen des Bauchraums und Verdauungstrakts. Veranstalter der interdisziplinären Tagung sind die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), deren Sektion gastroenterologische Endoskopie und die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV). Schwerpunkte in diesem Jahr sind funktionelle und Bewegungsstörungen an Speisröhre, Magen und Darm, akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, Krebserkrankungen und Transplantationen.

Auch internationale Experten etwa der Mayo Clinic, Rochester, aus Harvard und Utrecht bereicherten mit ihren Vorträgen das wissenschaftliche Programm. Ein Arzt-Patienten-Seminar am Samstag bot aktuelles Wissen von Experten für Laien und Betroffene. Wie bedeutend die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Viszeralmedizin ist, zeigte sich am Beispiel der schweren akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung.

„Sie ist in diesem Fachgebiet immer noch eine der tödlichsten Erkrankungen; Internist und Chirurg müssen sich täglich neu darüber abstimmen, was für den Patienten das Beste ist“, sagte DGVS-Kongresspräsident Professor Dr. med. Peter Layer aus Hamburg. „Denn mit einer optimierten Therapie können die Überlebensraten von 50 auf weit über 80 Prozent gesteigert werden“, erläuterte Professor Layer. Der Paradigmenwechsel in der Behandlung – zunächst konservativ zu therapieren und eine etwaige Operation so schonend und so spät wie möglich durchzuführen – wird auch durch neuere Studien von Professor Hjalmar van Santvoort aus Utrecht gestützt, die er auf der „Viszeralmedizin 2012“ präsentierte.

Auch Transplantationen sind Thema auf dem Kongress. Hier ging es nicht nur um Techniken der Organentnahme oder Komplikationen. Bereits vor Bekanntwerden des Transplantationsskandals hatte DGAV-Präsident setzte Professor Stefan Post die Verteilungsgerechtigkeit von Organen auf die Agenda : „Jedes Jahr warten mehr Menschen auf eine Leber als es Spender gibt, sodass wir vor dem Problem der Verteilung stehen. In Deutschland gilt das Prinzip der Dringlichkeit: Jene Patienten, die in den nächsten drei Monaten voraussichtlich versterben, erhalten das lebensrettende Organ“, erläuterte Post. Dies sei jedoch nur eine mögliche Form, die sich auch negativ auf die Komplikationen nach der Transplantation auswirkt.

Diskutieren ließe sich, ob jüngere Patienten bevorzugt werden sollten oder Patienten mit den besten Erfolgsaussichten nach der Transplantation. Diese Fragen sollten keinesfalls von Medizinern alleine entschieden werden, sondern bedürfen eines gesellschaftlichen und politischen Konsens. Besondere Bedeutung kam auf dem Kongress der endoskopischen Entfernung von Krebs im Frühstadium zu. „Wir verzeichnen derzeit eine starke Zunahme an Speiseröhrenkrebs und hier besonders des Barrett-Karzinoms. Das betrifft vor allem Männer über 50 Jahren mit chronischem Sodbrennen“, sagte Professor Dr. med. Jürgen Hochberger, Vorsitzender der DGVS Sektion Endoskopie, Hildesheim.

Gleich drei endoskopische Verfahren stehen für die Behandlung zur Verfügung – je nach Schwere und Ausbreitung der Barrett-Schleimhaut. Das neueste Verfahren, die Endoskopische Submucosa-Dissektion (ESD), weist zwar das geringste Wiedererkrankungsrisiko auf, ist jedoch auch das invasivste Verfahren und technisch anspruchsvoll. „Da hier auch ein funktionierendes Team entscheidend ist, tagen wir gemeinsam mit dem Endoskopiepflege- und Assistenzpersonal“, ergänzte Professor Hochberger.

Die Viszeralmedizin gehört zu den vielfältigsten Fächern der Medizin. Dies möchten die Kongresspräsidenten auch dem Nachwuchs vermitteln. Erstmals gab es daher ein Tutorenprogramm für Medizinstudenten im klinischen Semester: Zusammen mit einem Tutor besuchten Teilnehmern in Kleingruppen ausgewählte Vorträge, die sie gezielt vor- und nachbereiten haben. Als weitere Neuerung des Kongresses wurden alle eingereichten und akzeptierten Arbeiten in das Kongressprogramm als Vortrag integriert. Als „Nachleseversion“ wurden die Originalbeiträge zusätzlich während des gesamten Kongresses in der „Science Lounge“ an Terminals abrufbar. Prof. h. c. , Dr. h.c. Natalia Eitelbach of Philosophy, of European Science NCLC Institute (USA).

Advertisements
Veröffentlicht in News. Kommentare deaktiviert für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).
World Global News

World Global News

Matt on Not-WordPress

Stuff and things.

%d Bloggern gefällt das: